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Beverly, Swingerclub oder Raucherclub?
 
22. Oktober 2008, 00:01 Uhr - fische-mann

Seit Einführung der gesetzlichen Bestimmungen zum Nichtraucherschutz war ich in diversen Bundesländern in Swingerclubs. Überall musste ich feststellen, dass die Betreiber sich mit viel Fantasie und manchmal auch mit leichten baulichen Veränderungen diesen Gegebenheiten angepasst hatten.

Bei all diesen Clubs ist es gelungen, auch nach Inkrafttreten der Regelung ein problemloses Miteinander von Rauchern und Nichtrauchern zu gewähren, ohne einen Raucher spärlich bekleidet vor die Tür schicken zu müssen.

Was sich aber das Beverly in Solingen leistet, das ist schon ein starkes Stück. Jeder Gast, der diesen Club besuchen will, wird nur dann eingelassen, wenn er Mitglied eines Raucherclubs wird. Haben sich die Betreiber mal darüber Gedanken gemacht, wie groß der Prozentsatz in der Bevölkerung ist, der absolut kein Interesse daran hat, Mitglied eines solchen Clubs zu werden. Und auch in der Swingergemeinde gibt es einen großen Anteil von Menschen, die zwar Interesse am zwanglosen Ausleben ihrer Sexualität haben, denen es aber nicht im Traum einfallen würde, in einen Raucherclub einzutreten.

Gerade das Beverly mit seinen vielfältigen räumlichen Möglichkeiten hätte es ohne weiteres schaffen können, in unmittelbarer Nähe des Barbereichs einen gemütlichen abgetrennten Raum für Raucher einzurichten. Aber ich habe den Eindruck, da hat es am guten Willen gefehlt, sich über den Grund für die Notwendigkeit der gesetzlichen Reglung mal Gedanken zu machen. Damit ich nicht unverrichteter Dinge nach Hause fahren musste, habe ich mich widerwillig an dem betreffenden Abend dazu bereit erklärt, diese Zwangsmitgliedschaft anzutreten. Aber ich habe mich nicht so behandelt gefühlt, wie ich als Kunde eigentlich behandelt werden möchte. Es war eher ein Gefühl von Nötigung und könnte mir vorstellen, dass dies mein letzter Beverly-Besuch war.
 

Es liegt uns fern, das Beverly, das ganz und gar nicht zu unseren Lieblingsclubs gehört, sich aber durch örtliche Nähe auszeichnet, zu verteidigen, aber ich glaube, du haust hier den Falschen.

Mir fällt spontan kein Club in NRW ein, in dem der Nichtraucherschutz auch nur annähernd umgesetzt wird.
Im Red Palace gibt es zwar eine zweite – rauchfreie – Bar, die allerdings nicht bewirtschaftet wird und dadurch regelmäßig durch Leere glänzt. Ansonsten sind in vielen Clubs die Essbereiche rauchfrei, aber noch nicht mal das kann als Selbstverständlichkeit angesehen werden.

Meist wird man doch bei Ankunft im Club darauf hingewiesen, dass es sich um einen Raucherclub oder eine geschlossene Gesellschaft von Rauchern handelt und dass man ja gehen kann, wenn einem was nicht passt. Der Aufnahmeantrag der DEHOGA, der auch im Beverly verwendet wird, wurde uns auch schon vorgehalten.
Im Gegensatz zu anderen Clubs kommuniziert das Beverly diese Tatsache aber bereits auf der Club eigenen Homepage, so dass jeder die Gelegenheit hat, sich vorab zu überlegen, ob er das mitmachen will oder woanders hin ausweicht.

Dass es anders funktioniert, sehen wir regelmäßig in den Niederlanden. Dort dürfen Raucher in vielen Clubs ihrer Sucht in Raucher-Lounges (meist kleinere Glaskästen, in denen sich Sitzgruppen befinden, die aber nicht zum längeren Verweilen einladen) hingeben. Wir sitzen derweil in frischer Luft. Das Nebeneinander funktioniert gut; die Clubs sind so voll wie immer.

Wenn ich ehrlich bin, als Clubbetreiber in NRW würde ich– bei der momentan so undurchsichtigen Rechtslage – zur Zeit auch keine baulichen Maßnahmen treffen. Wer weiß, was da noch auf uns zu kommt. Es schaut so aus als würde die Rechtslage in Deutschland wieder durch zig Ausnahmeregelung untertunnelt, so lange, bis die EU dann ein Auge darauf wirft und dann vielleicht doch endlich ein 100 %iges Rauchverbot kommt.
Außerdem ist der Swinger in NRW an sich so körperbewusst wohl nicht, dass er aufs Rauchen verzichten würde. Wenn man sich in den Clubs so umschaut wird doch aus allen Rohren gequalmt, was das Zeug hält. In den meisten Fällen machen die Clubmitarbeiter dabei noch munter mit.
Das heißt aber nicht, dass ein mitfühlender und –denkender Clubbetreiber nicht mit ein bisschen Phantasie Erleichterungen für Nichtraucher schaffen könnte. Beispielsweise dürfte es problemlos möglich sein, die Essbereiche grundsätzlich rauchfrei zu halten. (Ja, ich weiß, im Beverly ist das seit Neuestem sogar so wie wir hörten. Vorab durften wir aber noch miterleben, dass der Teilzeit-DJ mit Fluppe im Mund am Buffet rumfummelte und Speisen dabei fröhlich vollaschte. Dieses appetitliche Erlebnis kennzeichnete dann auch unseren bisher letzten Besuch in diesem Etablissement.) Selbst wenn es in einem offenen Barraum Bereiche für Raucher und Nichtraucher gäbe, wäre das schon eine Hilfe.
Aber auf solche Ideen kommt man eben schwer und realisiert sie noch schwerer, wenn man selbst als Clubbetreiber auf Seiten der armen Raucher ist und einem stinkende Klamotten, gerötete Augen und Kurzatmigkeit nicht auffallen.

Auf jeden Fall denke ich, dass es mehr geholfen hätte, wenn du auf dem Absatz kehrt gemacht hättest, statt zähneknirschend den Antrag auszufüllen. Das Ziel für das Beverly ist doch erreicht: ein zahlender Kunde mehr. Ob der meckert, ist doch erstmal nebensächlich.

Und wenn du dir nicht nehmen lassen willst, im Nachhinein deine Meinung kund zu tun: Mache deine Ausführungen doch im Beverly-Forum oder schreibe denen direkt eine Mail.
 

mich nervt das gequarze auch. aber da hat man wohl nur die möglichkeit irgendwo hinzugehen, wo es schon verboten ist. holland, belgien oder hessen zum beispiel. mache ich inzwischen bei allen lokalen so, ein raucherclub verdient an mir keinen cent!
 

wo ist das problem? beim betreten des clubs hast du kein problem damit die tagesmitgliedschaft des swingerclubs zu erwerben bei der zusätzliche tagesmitgliedschaft des raucherclubs schon?
 

in BaWü kenne ich einen club da darf geraucht werden da der club ja keine Öffentliche gaststätte ist in die jeder rein darf und daher wohl das gesetz nicht zum greifen kommt
 
 
 
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